Kontakt

Die Stolperfallen der Keynote-Speaker: Ein Blick aus der Redaktionsstube

Experten-Urteil: Wirtschaftsjournalist Ulrich Pfaffenberger über die Realität auf der Rednerbühne

Viele Keynote-Speaker streben nach medialer Präsenz und laden gezielt Journalisten zu ihren Auftritten ein. Doch die Erwartungen der Medienvertreter kollidieren oft mit der Realität auf der Bühne. Der erfahrene Wirtschaftsjournalist und Redaktionsleiter Ulrich Pfaffenberger hat seine Erfahrungen aus vier Jahrzehnten Berichterstattung exklusiv für den Rednermacher zusammengefasst.

Fehlende Interaktion und inhaltliche Redundanz

Ein Hauptkritikpunkt ist der klassische Frontalunterricht. Wer im Rampenlicht steht, ohne einen Draht zum Publikum aufzubauen oder den Dialog zu suchen, bleibt medial bedeutungslos. Moderne Berichterstattung erfordert Interaktion; statische Vorträge ohne Resonanz bieten keinen Nachrichtenwert.

Ebenso kritisch sieht Pfaffenberger die Struktur vieler Beiträge. Oft fehlt es an einem klaren Einstieg, dem roten Faden oder einem prägnanten Ende. Wenn Vorträge lediglich aus altbekannten Anekdoten oder einer Aneinanderreihung von Phrasen bestehen, bleibt der Mehrwert für die Leserschaft aus.

Die „Phrasendreschmaschine“ und das Zitat-Dilemma

Ein häufiger Fehler ist die übermäßige Verwendung von Buzzwords wie „Innovation“, „Work-Life-Balance“ oder „Motivation“. Diese Begriffe wirken in der Masse ermüdend. Pfaffenberger rät stattdessen zu originellen, maßgeschneiderten Formulierungen, die die Einzigartigkeit eines Unternehmens unterstreichen.

Besonders vor der Verwendung ausgelutschter Zitate oder altbekannter Gleichnisse – etwa von Saint-Exupéry oder Mark Twain – wird gewarnt. Journalisten bevorzugen eigene Gedankenschöpfungen gegenüber der bloßen Wiederholung fremder Texte.

Strategische Vorbereitung als Erfolgsfaktor

Die Praxiserfahrung des Rednermachers bestätigt diese Einschätzungen: Während schwache Vorträge oft an mangelnder Dramaturgie scheitern, überzeugen positive Beispiele durch präzise gesetzte Pointen und hintergründigen Lernwert.

Ein gelungener Vortrag benötigt, ähnlich wie ein Film, ein durchdachtes Drehbuch. Die erfolgreichsten Redner der Branche greifen hierfür häufig auf die Unterstützung durch professionelle Regisseure oder Dramaturgen zurück. Eine Übersicht spezialisierter Dienstleister findet sich zur weiteren Recherche auf der entsprechenden Partnerseite.

Journalist Ulrich Pfaffenberger im Interview mit Heinrich Kürzeder von Redner-Speaker-Experten